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Jesus Trail, 2. Day

Am morgen des zweiten Wandertages (Donnerstag 23.11.) unterhielt sich vor allem Rouven noch mit der Gastgeberin über die Ansätze der permakulturellen Kreislaufwirtschaft die hier umgesetzt wurden. Nach einem nahrhaften selbst gemachten Frühstück zogen wir bei strahlendem Wetter weiter! Die Unterquerung der mittlerweile zu einer Autobahn ausgebauten Nationalstraße 77 war etwas schwierig. Offenbar befanden wir uns irrtümlich auf einer veralteten Route des Weges. Dann ging es über ein gutes Stück Römerstraße durch schöne Landschaft. Faszinierend, welch ausdifferenzierte Straßenbautechnik die Römer in allen Teilen ihres Reiches anwendeten, sodass wir noch heute die Überreste jener Straßen sehen können, auf denen bereits vor über 2000 Jahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Jesus gegangen sein muß! Immer wieder geht es durch Aufforstungen der letzten Jahrzehnte, für die auch eifrig geworben, Geld gesammelt und zum eigenständigen Pflanzen von Bäumen eingeladen wird. Mulmig zumute wird einem nur, wenn man daran denkt wie wenige Kilometer neben diesen Wäldern Olivenhaine palästinensischer Bauern zerstört werden oder wurden; sei es zum Bau der Sperranlage oder illegaler jüdischer Siedlungen. Wir wandern vorbei an fruchtbaren landwirtschaftlichen Feldern …

Jesus Trail, 1. Day

Trotz anderer Wettervorhersage begrüßte uns auch der Mittwoch (22.11.) mit Regen. Da brauchte es schon etwas innere Überwindung um uns auf den geplanten Fußweg nach Tiberias zu machen! Wir wollten zwei Tage entlang des Jesus Trail der Route folgen, der schon vor uns tausende Menschen auf ihrer Reise von den Höhen Galiläas zum See Genezareth hinunter gefolgt sind. Die Topographie gibt vor, wie man hier am besten geht, und so wird auch Jesus Teile dieses Weges öfters benutzt haben. Nach Erklimmen der Höhe von Nazareth öffnet sich der erste Blick auf die Ebene Galiläas, die sich über die Klippen des Arbel und die Hörner von Hittin zum See Genezareth hinunter zieht. Über fruchtbare Böden, die im feuchten Zustand massig an den Schuhen kleben bleiben, und leider auch vorbei an unmengen Haus- und Sperrmüll wanderten wir bei angenehm kühlem Wetter nach Zippori hinunter. Diese Stadt „Sephoris“ war zur Zeit Jesu die Hauptstadt Galiläas und wesentlich bedeutender als Nazareth. Mit einem griechischen Theater, einer Synagoge und prachtvollen Mosaiken („Mona Lisa von Galiläa“) war sie ein Zentrum Hellenistischer …

With Johannes Zang to Galilee

Am Dienstag (21.11.) trafen wir morgens wieder auf die Gruppe von Johannes Zang, mit der wir nach Galiläa fahren durften. Zuerst besuchten wir den Ölberg mit Pater Noster Kirche, Dominus Flevit Kapelle und Kirche der Nationen in Gethsemane. Auch hier am Ölberg in Ostjersualem ist die Infiltration durch jüdische Siedler nicht zu übersehen. Eine riesige Israelische Flagge auf einem Haus nahe der Pater Noster Kirche zeigt die Besitzansprüche religiös extremistischer Juden. Welche Kraft kann da das immerwährende Gebet um Frieden der im Kloster neben der Pater Noster Kirche lebenden Französischen Karmelitinnen als Gegengewicht entfalten? Interessant ist vielleicht, daß hier die dritte große Basilika stand die unter der Hl. Helena neben der Auferstehungskirche und Geburtskirche gebaut worden ist. So groß ist die Bedeutung, die dem Vater Unser zu gesprochen wurde! Eine kleine Felsgrotte vor der Kirche lädt immer noch ein, die Bitten dieses zentralen christlichen Gebets zu verinnerlichen. Am Weg ins Kidrontal passierten wir die Orthodoxe Maria Magdalena Kirche. Es fügte sich, daß wir genau innerhalb der seltenen Öffnungszeit vorbei kamen. Diese Kirche erinnert an die …

Back to Ein Karem

Am Montag (20.11.) Morgen freuten wir uns noch an dem gepflegten Garten unserer Gastgeberfamilien. Dann machten wir uns auf die Rückreise nach Ein Karem. Wir nutzten den Tag für Besuche (die Zisternen unterhalb des Ecce Homo und die St. Anna Kirche) und Einkäufe in Jerusalem, und Bildung in „österreichischer Kultur“. Einer Brasilianischen Novizin war es ein großes Anliegen, uns die Filme über die Trapp Familie zu zeigen. Daß sie die Lieder von „Sound of Music“ auswendig kennt war genau so selbstverständlich, wie die Überraschung, daß wir sie nicht kennen und diese auch nicht zu unserem Volksliedgut gehören. Gemeinsames Gebet, „Bibel Teilen“ und Essen waren bereichernde Erfahrungen ihrer Gemeinschaft.

One day in Hebron

Am Sonntag (19.11.) fuhren wir mit einem Sammeltaxi nach Hebron wo wir als erstes die Wohnung des Christian Peacemakerteams suchten. Ein junges Team begrüßte uns und erzählte von den Schikanen, denen die Palästinenser in der Altstadt von Hebron ausgesetzt sind. Derzeit verunsichert die Bevölkerung vor allem die Tatsache, daß den jüdischen Siedlern von der Israelischen Administration ein sogenanntes „Stadtverwaltungsrecht“ oder „Bürgerrecht“ in Hebron zugesprochen worden ist. Dies löst Verwirrung und Fragen aus, weil schwer abzuschätzen ist was dies rechtlich und in der Folge praktisch für die palästinensischen Bewohner bedeutet. Wir konnten auch bei jüdischen Freunden in Jerusalem nichts Näheres diesbezüglich in Erfahrung bringen. Außer in Hebron trafen wir niemanden, der von diesen Neuigkeiten gehört hatte. Anschließend trafen wir Anna vom Hebron Team des EAPPI. Sie nahm sich Zeit obwohl ihr Team in den Tagen im Prozess der Übergabe an das neue Team war. Sie sah es als ihre vorrangige Aufgabe wo immer möglich Gästen von den Erfahrungen in Hebron zu berichten. Mit ihr besuchten wir die Abrahams Moschee, die das zentrale Heiligtum für Juden, Christen …